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 Religionsausflug der 10er zum Kloster Dalheim

 

 Am Freitag(30.10.2015) sind der katholische und der evangelische Religionskurs der Klassen 10 im Kloster Dalheim gewesen.

Seit 1803 leben keine Mönche und Nonnen mehr im Kloster und seitdem wurde es nicht mehr als Kloster genutzt. Heute ist es ein LWL-Landesmuseum für Klosterkultur. Wir besichtigten die Sonderausstellung „Die 7 Todsünden". Die 7 Todsünden sind: 1.Hochmut(Eitelkeit, Übermut), 2. Geiz(Habgier), 3.Wollust(Ausschweifung, Genusssucht, Begehren), 4. Zorn(Wut, Rachsucht), 5.Völlerei(Gefräßigkeit, Maßlosigkeit, Selbstsucht), 6. Neid(Eifersucht, Missgunst) und 7.Faulheit(Feigheit, Ignoranz, Trägheit des Herzens).  
Im 3. und 4. Jahrhundert fand in Ägyptens Wüste eine wahre spirituelle Revolution statt. Menschen zogen sich in die Einsamkeit der Wüste zurück, wo sie ein einfaches Leben führten, um Gott näher zu kommen. 
Evagrius Ponticus(ein christlicher Mönch) schrieb seine 8 Hauptlasten auf eine Tonscheibe.  Diese waren Stolz, Ruhmsucht, geistliche Faulheit, Zorn, Traurigkeit, Habgier, Völlerei und Unkeuschheit. 
Eine Zusammenschau auf 7 Todsünden geht auf Papst Gregor I., den „Großen“ (590-604) zurück. Er fasste Ruhmsucht und Stolz, sowie Traurigkeit und Faulheit zusammen und fügte den Neid hinzu.
Im 13.Jahrhundert wurden die 7 Todsünden an die Bevölkerung gegeben. 
Unsere Vorfahren dachten, sie kommen in das Fegefuer, wenn sie sündigten. Das Fegefeuer ist die Vorstufe der Hölle. Wenn die Menschen ihre Sünden bereuten kamen sie in den Himmel, sonst in die Hölle.
Es gibt die 7 Tugenden und 7 Untugenden (Todsünden). Die 7 Tugenden heißen: Gerechtigkeit, Tapferkeit, Weisheit, Mäßigung, Glaube, Liebe, Hoffnung.
Zurzeit von Martin Luther(1483-1546) gab es Ablassbriefe, womit sich Menschen den Weg in den Himmel kaufen konnten. Martin Luther selbst war dagegen. 
Nach der Französischen Revolution(Ende 18.Jahrhunderts) gerieten die 7 Todsünden in den Hintergrund. Ein strenger Sittenkodex kam in den Vordergrund. 
Während der industriellen Revolution war die 7.Todsünde(Faulheit) verwerflich, denn alle mussten arbeiten auch Kinder. Es gab trotz Arbeit Armut.
Lewis Mumford(1835-1990) sagte, dass Neid, Geiz, Habsucht und Wollust im Kapitalismus  positive soziale Tugenden sind. 
Adam Smith(1723-1790) behauptete, dass Sparsamkeit, Fleiß und harte Arbeit in der Reformzeit als Tugenden gelten.
In der NS Zeit wurden die 7 Todsünden positiv dargestellt. 
In den 50er Jahren wurden die Todsünden wieder bekannt gemacht und seitdem kritisch und positiv beachtet.