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Annette von Droste-Hülshoff

Dichterin und Patin unserer Schule

Als 1986 der Wunsch aufkam, der Städtischen Realschule Brakel einen Namen zu geben, und zwar den Namen einer bedeutsamen Persönlichkeit, hatten die Schülerinnen und Schüler bei einer Abstimmung der SV schließlich die Wahl:
- der Barockmaler Johann Georg Rudolphi (*1633, +1693)
- die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (*1797, +1848).

Immerhin können die Pfarrkirche St. Michael und das Schloss Gehrden Werke von Rudolphi vorweisen und der Vater des Malers ist Gograf („gogreve" = Richter) in Brakel gewesen (ein Bruder hat hier als Bürgermeister Verantwortung getragen). Doch die Schülerinnen und Schüler entschieden sich für die Dichterin.

20-DM-ScheinAnnette von Droste-Hülshoff ist freilich viel bekannter als Rudolphi; zu DM-Zeiten war sie ab 1992 auf der Vorderseite des 20-Markscheins zu bewundern; auf der Rückseite wird mit einer Schreibfeder und einer Buche auf ihre Novelle "DIE JUDENBUCHE" Bezug genommen.

20-DM-ScheinAuch unsere Namenspatronin verband sehr viel mit Brakel und Umgebung, denn ihre Mutter Freifrau Therese vDH war eine geborene von Haxthausen und stammte aus Bökendorf. Die Tochter Annette war mehrfach zu Besuch in Bökendorf und in Abbenburg, zum Teil für mehrere Monate, und von dort aus hat sie die Verwandtschaft in der Umgebung besucht.

Zum Glück kennt man die Dichterin im Allgemeinen nur unter dem Namen Annette von Droste-Hülshoff; denn wäre unsere Schule nach ihrem offiziellen Namen getauft worden, so müsste man jetzt sagen: „Ich bin an der Anna-Elisabeth-Franzisca-Adolphina-Wilhelmina-Ludovica-Freiin-von-Droste-zu-Hülshoff-Realschule Brakel."

In der Schule wird natürlich in erster Linie im Fach Deutsch auf die Dichterin und ihr Werk eingegangen, aber ihre Zeichnungen und  – fächerübergreifend –  ihre Texte bieten auch dem Kunstunterricht Anlässe zum Malen und Zeichnen, wie Schülerinnen und Schüler unserer Schule z. B. 1997 (200 Jahrfeier) im Rahmen einer Ausstellung in der Volksbank Brakel eindrucksvoll gezeigt haben.

Der Zugang zu den literarischen Werken ist für die Schülerschaft nicht immer einfach, aber wenn dieser erst einmal im Unterricht angebahnt worden ist, so gibt es viel zu entdecken:
In den Balladen und in ihrem erzählerischen Meisterwerk „DIE JUDENBUCHE" (1842) werden grundlegende Probleme behandelt; vor allem geht es der Dichterin immer wieder um die Fragen von Schuld und Gerechtigkeit, um „VERGELTUNG" (so der Titel einer Ballade), aber auch um das Verständnis für Menschen, die den geraden Weg verlassen haben:

Aus dem Einleitungsgedicht zur Judenbuche

Zudem bietet Annette von Droste-Hülshoff in ihrer Erzählung einen lehrreichen und unterhaltsamen Einblick in die damalige Lebensweise im abgelegenen  Dorfe B., wie es der vollständige Titel ja schon ankündigt: „DIE JUDENBUCHE - EIN SITTENGEMÄLDE AUS DEM GEBIRGICHTEN WESTFALEN". Im Vordergrund steht dabei ein Mordfall, der sich tatsächlich in der Gegend um Bellersen ereignet hat und über den Annettes Onkel August von Haxthausen bereits ausführlich geschrieben hatte.

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Autor: Gerd Buning